„Tierwohl“ Fehlanzeige

Druck auf die Landwirtschaftsministerin wächst 

LZ vom 19.07.17

 
 
Unhaltbare Zustände bei Agrarministerin 
Christina Schulze – Vöcking CDU 
Nun ist eine der vielen Skandale, die unsere „moderne“ Nutztierhaltung begleiten, dorthin zurück gekehrt, wo sie ihren Anfang nimmt und weiterhin gefördert wird, in die Politik.
Anfänglich dachte man noch, gut und endlich mal eine Fachfrau an der Spitze des Agrarministeriums in NRW. Diese geschulte Dame wird sicherlich den Unterschied zwischen Tierwohl und Tierquälerei kennen.
Leider wohl Fehlanzeige: Kürzlich drangen Undercover – Fotografen gleich mehrmals in das Anwesen der Ministerin ein, um ihre abartige Schweinemast zu filmen. Nun präsentierte RTL die abstoßenden Bilder.
Wie immer folgen Empörung und Rechtfertigungen aus ihrem Hause, aus Regierungskreisen aus den Bauernverbänden und der üblichen Agrarlobby mit dem Tenor: Einzelfälle, Ausnahmen, Hausfriedensbruch, profitgeiler Sensationsjournalisten
Bilder von blutigen, verdreckten und verletzten Tieren, mit zum Teil verstümmelten Schwanzenden, Gelenkentzündungen und Mastdarmvorfällen veranlassten Tierschutzverbände Strafanzeigen gegen diese charmante Dame zu erstatten.
Wer nun glaubt, dass die ewigen Kritiker übertreiben oder die Presse fehlgelenkt wird, hier eine persönliche Mail eines Freundes, die mich erreichte:
Moin Rolli!
Prima Leserbrief!
Mein Kenntnisstand ist Folgender:
Ich bin Finanzbeamter und als ich noch in der landwirtschaftlichen Betriebsprüfung tätig war (bis 1992), habe ich derartige Haltungsformen bei Schweinen und Federvieh leider sehr oft zur Kenntnis nehmen müssen.
Betreten nur mit Schutzanzug, nicht sprechen, vor Betreten Desinfektion!
Gepredigt und Besserung gelobt wurde von allen beteiligten Seiten seit Jahrzehnten, geschehen ist nichts! Der Medikamenteneinsatz erfolgt nun auf anderen Wegen, aber er erfolgt! Kontrollen und Überprüfung sind von der beteiligten Lobby nicht gewünscht. Wie aber soll sich was bewegen, wenn Hähnchenschenkel mit Rückenteil für 1,19 € je KG kosten? „Wahre Liebe“ „Lindenstraße“ und ähnliche Volksverdummungen sind für die Mehrzahl unserer Bevölkerung die bewegenden Themen!
Auf die Frage, ob er einer Veröffentlichung zustimmen würde, folgende Antwort:
Natürlich! Es ist die Wahrheit!
Die Aufwendungen für erlaubte oder eben nicht erlaubte Medikamente sind ja als Betriebsausgaben
erfasst worden.
Mein Fazit:
Agrarfabriken dieser Art sind ganz normale Industrieunternehmen. Ihre Betreiber sollte man nicht fälschlich nicht der Gattung Landwirte oder Bauern zuordnen. Ihre Produktionsanlagen gehören in ausgewiesene Industriegebiete mit der notwendigen Infrastruktur und in den Kompetenzbereich eines Wirtschaftsministers. Sie haben mit Landwirtschaft so viel gemeinsam wie Urin mit Uran. Sie werden leider von vielen Laien als Landwirte wahrgenommen und schaden lediglich dem ansonsten sehr guten Image unserer ehrenwerten und hart arbeitenden Bauern.

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