Korruption hat viele Gesichter

Leserbrief von Rudolf Krome, in der LZ vom Jan. 2019

Das Landwirtschaftsministerium in Berlin, ein Paradies für Lobbyisten.

Mehrere Artikel und Kommentare zu Spendenaffäre der AFD

Täglich berichten die Medien über Parteispenden an die AFD.  Man hatte sie bereits zurückgezahlt, bevor das zu erwartende Trommelfeuer im Deutschen Bundestag erwartungsgemäß los ging.

Das verwundert einen nicht, denn so naiv können lediglich Amateure sein. Nun verbleiben leider nur noch die formellen Ausrutscher der AFD-Führung über die man allerdings auch noch viel Unsinn und lange reden kann. Bei dieser Debatte müsste unser geschätzter Bundestagspräsident und ehemalige Schatzmeister der CDU eigentlich rot werden, könnte er doch locker mal über seine Erfahrungen mit der berühmten Spendenaffäre seines damaligen Kanzlers Helmut Kohl plaudern.

Schwamm drüber. Es handelt sich in diesem Falle doch bei beiden, im Gegensatz zur AFD um lupenreine Demokraten. Ob die hohen Parteispenden aus einem EU-Land oder der Schweiz, einem „Nicht EU-Land“ kommen, ist uns Normalbürgern Schnuppe, nicht aber, wer hinter den potentiellen Bestechungsgeldern steckt. „Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe“. Hohe Parteienspenden gehören in die Sparte der versuchten Vorteilsnahme, vereinfacht geht es also um Korruption. Will man als Beispiel, die Gründe erfahren, warum die Parlamentsmitglieder und Funktionäre des Deutschen Bauernverband DBV die vielen berechtigten Forderungen der bäuerlichen Klein- und Mittelbetriebe nicht sonderlich unterstützen bzw. gar blockieren (z. B. Abschaffung der vom Bundesverfassungsgericht gekippten Höfeabgabeklausel, Leserbrief der Herren Fritze und Volacek aus Höxter vom 15. Nov.), der sollte sich über die vielseitigen Koruptionspraktiken unserer MDB´s informieren.

Man googelt sinnvoller Weise weder unter Korruption noch unter AFD, sondern ganz simple unter Nebeneinkünfte von Abgeordneten. Sogleich springen einem die Erbprinzen des einstigen Präsidenten des DBV Freiherrn von Heeremann und  MDB ins Gesicht. Es sind seine Nachfolger Joachim Rukwied und Johannes Röhring. Neben ihrer Rundrumversorgung als MDB´s, können sie sich wie auch ihr adliger Vorgänger Herrmann über Einkünfte in Millionen Höhe erfreuen, wofür sie in der Regel weder Fachwissen, noch zusätzlichen Arbeitsaufwand benötigen. Sie haben ebenso ihren Fuß im Agrarministerium, dem wohl größten Netzwerk von Interessenvertretern aus Industrie, Behörden und Großbanken, in einem „Paradies“ für Lobbyisten aus aller Welt so zu sagen. Dank der zurückfließenden EU – Steuergeld – Milliarden aus Brüssel, die sie lediglich in die „Richtigen Kanäle“ und zwar an den treugläubigen Bauern vorbei, zu der mächtigen Agrarindustrie zu steuern haben. Kleinbetriebe sollen weichen, damit die Großen besser wachsen können. Nun wissen wir, wer alle Versuche und dem Wunsch der meisten Bundesbürger nach grüner Landwirtschaft, gesunder Umwelt, Nahrungsmittel und artgerechter Tierhaltung blockiert.

Korruption hat also viele Gesichter. Unsere bornierte Nationalmannschaft hat ihren Abstieg gerade hinter sich und wir alle wissen warum. Die Etablierten haben den Abstieg aus der Liga der Volksparteien noch vor sich und nur sie wissen nicht, warum. 


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