Vermeiden, verringern, verwerten


„Verschwendung“ vermeiden 

LZ – Leserbrief vom 25.05.2019  Wir brauchen Vernunft und kreative Menschen



Es war ein Vortrag von Prof. Johannes Üpping FH-Lippe in Lemgo, Thema: „Die Energie der Zukunft“ der mich allerdings nachdenklich machte und meinen steten Optimismus dämpfte.

Fazit: Weder Wind, Solar, oder Maisgasanlagen sind umweltfreundlich. Da sind sich wohl alle einig. Irgendwie, irgendwo, irgendwann beißt sich die Katze in den Schwanz. Es ist also nur diejenige Energie umweltfreundlich, die wir nicht verbrauchen, sprich vermeiden. Und da fängt das eigentliche Dilemmer an und ich denke,

Vor 30 Jahren waren wir bereits weiter. Theoretisch und auch praktisch.

Erinnern wir uns:

Ausgelöst durch den damaligen unsicheren Ölmarkt, erreichte die o. a. Diskussion auch uns, bzw. unser Unternehmen, einen kleinen Globelplayer der lippischen Avantgarde. Flux luden wir die FH – Lippe, Paderborn und Bielefeld zu einem Workshop zum Thema Betrieblicher Umweltschutz und Energieeinsparung bei und ein unf unser Betriebsleiter begrüßte die Anwesenden Hochschulrepräsentanten/innnen mit folgenden Worten: „Liebe Gäste, sie werden sich sicher noch an ihr Studium erinnern. Erst kam die „Technologie, dann kam die Ökonomie und so allmählich kam auch der Umweltschutz“.

Diese, damals völlig normale Sichtweise wurde von uns umgedreht und in folgende Reihenfolge gebracht: „Vermeiden kommt vor Vermindern und vor Verwerten“.

 „Keiner ist so Klug wie alle“ dachten wir sofort und riefen die Belegschaft auf, Verbesserungsvorschläge*) zu machen und selbstständig oder im Team, sofort umzusetzen. Moderne Managementphilosophien wie das japanische Lean – Management, Lean – Produktion, Kaizen*) erleichterten unsere Bestrebungen.

Ergebnis:

Einige hundert Ideen, halfen Tausende von Tonnen Kunststoffabfälle auf praktisch Null zu fahren, zu recyceln und wieder zu verwenden, statt zu entsorgen, Galvanikoberflächen wurden reduziert, Galvanikabfälle vermieden, Bundmetalle aus der Stanztechnik reduziert und an den Lieferanten zurück gegeben. Unter Verwendung und Weiterentwicklung eigener Produkte konnten beachtliche Stromkosten eingepart werden.

Erfolgsprämien in bis zu sechsteiliger Höhe werden an kreative MA gezahlt. Zahlungwirksame Kosten in vielen Millionen für unser Unternehmen eingespart. Nicht Einer wurde Arbeitslos, oder musste sich Einschränken, bzw. auf liebgewordene Dinge verzichten. Mit Erstaunen stellten wir fest, dass sich Umweltschutz sogar auszahlte und nicht zwangsläufig Geld kostete, sondern im Gegensatz riesige Gewinne und Kundenvorteile durch Innovation förderte. Es bewahrheitete sich, der Kopf ist Rund, so dass der Mensch die Denkrichtung verändern kann. Prämierte Mitarbeiter – Ideen lösten Paradigmenwechsel aus. Der negativ besetzte Abfall wurde nun zu Recyclingmaterial und diente fortan auch zur Imagepflege.

Ich bin heute immer noch berauscht, von den vielen neuen Erkenntnissen und Möglichkeiten, die durch die Einbeziehung aller Mitarbeiter uns Gewinn Motivation und Akzeptanz brachten. Jeder konnte sich einbringen, jeder konnte mitverdienen.

1990: Über Nacht aber fällt unsere Grenze und weiter auch die Grenzen nach Osteuropa. Aber mit ihnen wird auch die Verschwendung wieder grenzenlos.  Fast 1000 lippische Montagearbeitsplätze werden sofort nach Osten verlagert. Immer mehr LKW´s walzen sich nun über die Autobahnen und werden immer mehr. Die Straßen immer Breiter. Einzelteile hin und Fertigteile wieder zurück.

Das Wegwerfen müssen die Menschen im Osten aber erst noch lernen. Haben aber nach kurzer Zeit auch kein Problem mehr damit.  Die einst sozialistischen Enrgieversorger werden umgeschult, vom Stromsparen auf mehr Verbrauch und vom Westen trainiert, möglichst viel Energie profitabel zu verkaufen.

Der nun dank EU, einer fast ausschließlich wirtschaftlichen Interessen dienender Gemeinschaft, einsetzende Warentourismus tut in der globalisierten Welt sein Übriges, bringt Wachstum, höhere Steuereinnahmen für Kommunen, dem Land und dem Bund, Arbeitsplätze und am Ende sind wir Exportweltmeister. Alle sind zufrieden. Alles Toll!?Alles dient dem Wachstum, aber auch der Plünderung unserer Rohstoffe und somit leider auch nicht unserem weltweiten Klima, was uns nun zu schaffen macht. Die Nordseekrabben fliegen bis Marokko, bevor sie unseren Nordsee- Touristen auf die Brötchen geschmiert werden können. Alleine 60 Mill. Schweine aus Deutschland, dem größten Schlachthaus Europas, einschließlich der Futtermittel reisen nun tausende von Kilometer weit, bis sie verzehrt werden. 13 Mill. davon schaffen es nicht einmal bis zum Verzehr und landen sofort auf dem Müll. Das ist mit Verlaub, weder christlich, ethisch noch moralisch o.k., aber auch das ist unser, tolles Europa und gehört zu unserer hochgepriesenen eurtopäischen Werteunion.

In Brüssel steht mittlerweile das sicherlich größte Verschwendungsmonster der Weltgeschichte, die EU- Zentrale, während tausende unserer Kinder und Enkelkinder auf die Straße ziehen, um das Klima und somit ihren künftigen Lebensraum zu retten. Sie wissen allerdings nicht wie und wie sollten sie auch. Sie spüren aber, dass etwas nicht stimmt mit unserer Politik und deren Politiker.

Herr Lindner, wir brauchen keine neuen Technologien um sinnlose Verschwendung zu vermeiden um wenigstens um zu steuern und einen möglichen Teil zur Klimarettung beizutragen. Wir brauchen Vernunft und kreative Menschen. 
Außer Vernunft, ist alles bereits da. Fangen wir doch endlich an. 

*) Verbesserungsvorschlagswesen

Fortsetzung folgt.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.